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10/09 Frankfurter Rundschau - Geometrie mit schrägen Kanten
Wolf Udo Wagner: Geometrie mit schrägen Kanten
Für Josef Beuys war bekanntlich alles Kunst. Deshalb kaufte er seiner Tochter keine stinknormalen Bauklötze im Spielwarengeschäft. Er ließ sich von seinem Schreiner welche anfertigen, die alle schräge und schief waren. Auch der Frankfurter Designer Wolf Udo Wagner spielte als Kind mit dem ungewöhnlichen Künstlerspielzeug, denn seine Eltern waren mit dem Schreiner des berühmten Künstlers befreundet und erhielten einen Satz geschenkt.
Die Beuys- Bauklötze scheinen den Ehrgeiz des Designers frühzeitig geweckt zu haben. Wagner hat die Lösung von Gestaltungs-Problemen zu seinem Beruf gemacht und 1997 ein Designstudio in Frankfurt gegründet. Vielleicht hat Wagner an seine Bauklötze gedacht, als er das modulare Möbelsystem Univers entwarf. Das Universsystmen besteht aus verschiedenen Bausteinen, die sich allseitig miteinander verbinden lassen. Neben klassischen Anordnungen erlauben sie sogar den Bau vertikaler, stufenförmiger Sitzlandschaften. So können Menschen wie auf der Treppe am Pariser Montmartre oder der Frankfurter Kunsthalle Schirn auf verschiedenen Ebenen Platz nehmen.
Das Universsystem setzen Planer und Architekten als Sonderfertigung bei der Gestaltung von Gast- und Clubräumen, Messeständen oder bei Events ein. Für Privatwohnungen entwarf Wolf Udo Wagner dagegen die Gartenmöbelserie Kyoto, die 2008 den Red Dot Design Award erhielt. Die Möbelserie umfasst einen Stuhl, Tisch, Liege und Sessel. Für die klare, wenn auch nicht rechtwinklige Linienführung der Kunststoffobjekte nennt Wagner neben Beuys eine weitere Inspirationsquelle. Er ließ sich von der japanischen Origami-Kunst beeinflussen, deren Meister aus einem quadratischen Blatt Papier ohne Schere und Klebstoff dreidimensionale Objekte formen. Feste Regeln legen seinen Stil auf einen wieder erkennbaren Look fest.
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